Dunning-Kruger-Effekt
Wer wenig über KI weiss, hält die eigene Kompetenz für ausreichend — und merkt den Rückstand zuletzt.

Ausbilden.fragroger.ai
Ein Azubi bedient eine KI-Anwendung selbstverständlicher als die Fachperson vorne im Raum. Kein Einzelfall — ein Muster. Die eigentliche Frage heisst nicht, ob KI die Ausbildung ersetzt.
01 — Der Rollentausch
In vielen Betrieben sind Auszubildende in der Anwendung von KI-Tools weiter als ihre Ausbilder:innen. Die Forschung zum kognitiven Offloading zeigt, wie sich Erwartung, Tempo und Tiefe der Wissensverarbeitung verändern — besonders bei jenen, die mit diesen Werkzeugen aufgewachsen sind.
Wer weiter davon ausgeht, Wissen fliesse nur in eine Richtung, verliert nicht die Kontrolle über den Inhalt, sondern über die Glaubwürdigkeit. Autorität begründet sich neu: nicht über Wissensvorsprung, sondern über Einordnungsvermögen.
02 — Drei Denkfallen
Wer wenig über KI weiss, hält die eigene Kompetenz für ausreichend — und merkt den Rückstand zuletzt.
Das eigene Nutzungsverhalten wird unreflektiert auf die Azubis übertragen: «So wie ich es mache, machen es alle.»
Wie eine Aufgabe formuliert ist, entscheidet, ob KI als Bedrohung oder als Werkzeug wahrgenommen wird.
Fünf-Schritt-Routine, live durchgespielt
«Öffne KI nicht, um die Aufgabe loszuwerden. Öffne KI, um deine eigene Lösung besser zu prüfen.»
03 — Die neue Rolle
Nicht «Hat die Maschine geschrieben?», sondern: Was kann diese Person erklären, prüfen und übertragen?
Je schneller Information verfügbar ist, desto weniger entscheidet reine Wissensvermittlung über den Ausbildungserfolg. Die Technologie soll arbeiten — Intelligenz und Menschenfaktor kommen von uns.
Der Azubi zeigt zuerst die eigene Lösung — erst danach kommt das Werkzeug ins Spiel.
Das Werkzeug prüft, schärft und widerspricht. Es ersetzt die eigene Denkleistung nicht.
Eine neue, kurze Aufgabe ohne Werkzeug zeigt, ob wirklich verstanden wurde.
04 — Interaktiver Block, 35 Minuten
4 bis 5 Personen pro Tischgruppe, Bestuhlung gibt die Gruppen vor.
2 Min. eigene Position notieren, 7 Min. gemeinsam mit KI entwickeln, 3 Min. Entscheidungen begründen.
5 bis 6 zufällig gezogene Gruppen pitchen live, alle anderen laden ihr Bild digital hoch.
Ein Gerät pro Tisch, Live-Rangliste. Am Gerät sitzt selten die Person mit dem höchsten Titel.
Der Rollentausch ist ein Ausbildungsinstrument, kein Kontrollverlust.
Die Frage ist nicht, ob KI die Ausbildung ersetzt. Die Frage ist, wer in einem Jahr wen unterrichtet.
Kontakt
Referent, Dozent an zwei Berufsschulen und Doktorand zum Thema kognitives Offloading. Anfragen zu Vortrag, Handout und Umsetzung im Betrieb.
Disclaimer
Diese Seite begleitet einen Vortrag und dient der Information. Inhalte sind sorgfältig erarbeitet, ersetzen aber keine Rechts-, Datenschutz- oder Unternehmensberatung. Für Entscheidungen im eigenen Betrieb braucht es immer die Prüfung des konkreten Einzelfalls.
Für Inhalte verlinkter externer Seiten sind ausschliesslich deren Betreiber verantwortlich. Texte, Bilder und Materialien dieser Seite dürfen für interne Ausbildungszwecke mit Quellenangabe genutzt werden.
Es werden keine Analyse- oder Marketing-Cookies gesetzt und keine personenbezogenen Daten ausgewertet.